Die Olympische Faser und Berlin 2023
Die Geschichte beginnt vor etwas mehr als 30 Jahren mit der Geburt von Luca am 24. März 1993. Unser Sohn hat das Down-Syndrom und ich dachte damals nicht an die World Games oder irgendeinen anderen Wettbewerb, nicht einmal an den kleinsten.
Aber es ist so: Auch wenn es wie ein unmöglicher Traum erscheint, gibt es Wege, um an großartigen Wettkämpfen gegen Gegner aus der ganzen Welt teilzunehmen. Man muss nur die richtigen Türen öffnen und die richtigen Leute zur richtigen Zeit treffen. Es ist also die lange Geschichte der Erfüllung eines Traums, die ich Ihnen erzählen werde.
Luca liebt es, wie viele andere Kinder mit Behinderungen, sich zu bewegen, Sport zu treiben und sich mit anderen zu messen. In unserer Region gibt es PluSport, dass Schwimm-, Tennis- und Unihockeykurse organisiert, und Lucas Mutter meldet ihn von klein auf zum Schwimmen und Unihockey an.
2010
2010 nimmt Luca an seinen ersten National Games in La Chaux-de-Fonds im Schwimmen teil. Die Veranstaltung ist sehr schön und ich bin wirklich beeindruckt von der Freude und dem Enthusiasmus, der von den Teilnehmern und Organisatoren ausgeht. Der "kleine" Luca nutzt die Gelegenheit, um seine erste Medaille mit nach Hause zu nehmen.
2014
2014 kontaktierte mich der Sport Delegates von Special Olympics für Tischtennis, Olivier Jaunin, und fragte mich, ob ich Interesse daran hätte, ihn bei der Leitung des Tischtennisturniers der National Games in Bern zu unterstützen, und meine Antwort kam sofort: Ja. Und schon habe ich den Finger in die Wunde gelegt. Für die Veranstaltung erstelle ich eine kleine Excel-Anwendung, die es ermöglicht, die Ranglisten zu erstellen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Diese Anwendung ist auch heute noch im Einsatz, fast zehn Jahre später.
Das Turnier ist großartig, die Stimmung magisch und die Emotionen hoch. Eine Idee beginnt sich in meinem Kopf zu verankern: Wie wäre es, wenn ich in Biel eine Tischtennisgruppe gründen würde, um an diesen wunderbaren Wettkämpfen teilzunehmen?
2016
Ende 2016 erster Kontakt mit der Präsidentin von PluSport Biel Seeland, Fabienne Grivet. Wir vereinbaren, einen "Schnuppertag" im Tischtennis durchzuführen. Der Erfolg ist sehr ... mässig und nur 4 Spielerinnen/Spieler nehmen an dieser ersten Kontaktaufnahme teil.
Was soll's, wir beginnen im Januar 2017 mit den PluSport-Kursen.
2017
Der Anfang ist schwierig und wir haben nicht genug Teilnehmer für die ersten Kurse. So beschließen wir, eine Roadshow in den verschiedenen Stiftungen und Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung in der Region Biel zu machen. Das größte Problem sind die Arbeitszeiten und die Anreise dieser Personen. Glücklicherweise verfügt mein Verein über ein festes Vereinslokal und es liegt direkt neben einer Bushaltestelle.
Der Zug ist ins Rollen gekommen und bis heute konnte ihn nichts aufhalten.
Wir haben Spieler und Spielerinnen, ein Vereinsheim, jetzt müssen wir sie ausstatten und trainieren.
Wie bei den Junioren ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe wichtig, und was wäre dafür besser geeignet als ein Trikot des Tischtennisvereins mit dem Logo von PluSport? Gesagt, getan und schon waren unsere Spielerinnen und Spieler ausgestattet. Sie sehen gut aus und sind sehr stolz!
2018
Die Fortschritte mit dem Schläger in der Hand werden langsam sichtbar und ich beschließe, mit Luca an den Regional Games in Rapperswil teilzunehmen. Es ist Lucas erster Tischtenniswettbewerb von Special Olympics und die Erfahrung ist überzeugend.
Die Stimmung ist prächtig und es ist bereits die erste Tischtennismedaille.
2019
Das schöne, mit viel Geduld errichtete Gebäude scheint einstürzen zu müssen. Die Leitung der Swatch-Gruppe, teilt uns im Januar 2019 mit, dass sie das Gebäude, in dem wir Tischtennis spielen, abreißen lassen wird und wir ab dem Frühjahr andere Möglichkeiten zum Spielen finden müssen, und das, ohne uns auch nur die geringste Alternative anzubieten. Die dicken Wolken türmen sich über meinem Kopf und ich muss neben der PluSport-Gruppe auch die 100 Mitglieder meines Tischtennisvereins, die 25 Teilnehmer des Pro-Senectute-Kurses, die J+S-Kurse unterbringen und auch einen Platz finden, um das ganze Material (Tische, Netze, Roboter, ...) zu lagern. Der Sommer wird heiß!
Dann öffnen sich neue Türen, neue Lösungen tauchen auf und wir schaffen es, einen Verein und all die verschiedenen Gruppen, aus denen er sich zusammensetzt, zu retten. Die Stadt Biel verbiegt sich, um für uns Lösungen zu finden. In einer ersten Phase und für ein Jahr darf die PluSport-Gruppe einen der Sporthalle des BBZ in Biel benutzen, mit den dort vorhandenen Tischen und zu den gleichen Zeiten, die wir hatten.
Das war sehr knapp, aber diese zeitlich begrenzte Möglichkeit wird uns neue Türen öffnen. Eine junge Lehrerin von der Heilpädagogischen Tagesschule in Biel; Alexandra Ferreté, unterstützt uns beim Training und sehr schnell kommt mir eine Idee. Wie wäre es, wenn wir die Tischtenniskurse an der Heilpädagogischen Tagesschule abhalten würden, dann könnten wir unsere Teilnehmer erneuern und hätten nicht mehr das Problem der Anreise.
Man braucht "nur" die Zustimmung der Schule und muss die nötige Ausrüstung haben, d. h. vier Tische. Eine Einigung mit PluSport und der Heilpädagogischen Tagesschule ist schnell gefunden und das benötigte Material wird bestellt. Eine neue Ära kann beginnen und der Traum kann weitergehen.
2020
Es ist das Jahr der Konsolidierung. Im Januar holen wir drei Tische von Gubler, um uns in der Schule einzurichten, und eröffnen einen neuen Kurs für jüngere Schülerinnen und Schüler am Dienstag, gleich nach dem Ende des Schulunterrichts. Der Erfolg stellt sich sofort ein. Junge Schülerinnen und Schüler kommen mit viel Motivation und einige machen schnell Fortschritte. Zu dieser Zeit muss ich auch meine Prüfungen zum PluSport-Lehrer ablegen und es ist auch die Zeit, die von der Covid ausgewählt wurde, um uns einen bösen Streich zu spielen. Alle Hallen werden für zwei Monate geschlossen und meine Prüfung fällt ins Wasser.
Die Wiederaufnahme wird sehnsüchtig erwartet und sie kommt Mitte Juni, kurz vor den Sommerferien.
Glücklicherweise kehrten sowohl die jüngeren Schüler als auch die Erwachsenen, nachdem die erste Welle vorüber war, mit Elan zum Tischtennisunterricht zurück. Im Oktober kommt es zu einer weiteren Verschlechterung der Gesundheit durch Corona und zu einer erneuten Pause, diesmal für den Rest des Jahres.
2021
Die Schule wird im März wieder aufgenommen und der Schwung ist nicht verloren gegangen. Die Motivation der Jugendlichen ist ungebrochen und einige würden gerne an Turnieren teilnehmen. Es ist der Startschuss für ein Doppelprojekt: Teilnahme einer Gruppe an den National Games 2022 in St. Gallen und Bewerbung für eine Auswahl bei den World Games 2023 in Berlin.
Das Projekt ist ehrgeizig und erfordert die Zustimmung der Eltern. Außerdem füge ich ein 90-minütiges Training am Freitagabend zusammen mit den Jugendlichen aus dem J+S-Kurs hinzu, dass für diejenigen, die an Turnieren teilnehmen wollen, obligatorisch ist. Dieses soll uns ermöglichen, die Grundtechniken sowie die Kenntnis der Tischtennisregeln zu verbessern.
Das Programm, das ich den Eltern der Kandidaten vorschlage, ist also reichhaltig, nämlich:
- 1 Training von 60 Minuten am Dienstag am späten Nachmittag
- 1 Training von 90 Minuten am Freitagabend mit den Jugendlichen des Vereins.
- Obligatorische Teilnahme am Special Olympics Tischtennisturnier in Luzern im November 2021.
- Teilnahme an den National Games in St. Gallen
- Bewerbung für die Auswahl zu den World Games sowie zu allen Pflichtveranstaltungen und Camps, die von Special Olympics Switzerland gefordert werden.
Trotz der Einschränkungen habe ich 4 erklärte Kandidaten für das gesamte Programm. Und, ganz nebenbei, 2 Coaches, die bereit sind, die Herausforderung anzunehmen.
Turnier in Luzern, 14. September 2021
Unsere vier Spieler sind bereit, sich der Konkurrenz zu stellen, und um einen guten Eindruck zu hinterlassen, statten wir unsere vier Spieler mit neuen Trikots aus. Die Organisation ist perfekt und sowohl unsere Spieler als auch die Trainer haben viel Spaß dabei, auch wenn die Konkurrenz groß ist und drei der vier Spieler am Ende auf dem Treppchen stehen.
Das Wichtigste ist der Spaß und alle fühlen sich bereit für die National Games. Jetzt geht es darum, die Technik noch weiter zu verbessern, um mit den Spielerinnen und Spielern von PluSport Basel mithalten zu können. Und im Hintergrund haben wir immer noch den Traum, nach Berlin zu fahren.
2022
Das Training läuft bestens und unsere vier Spieler fangen an, Nachahmer zu finden. Andere würden gerne an Turnieren teilnehmen. Die Vorbereitungen für die National Games laufen auf Hochtouren. Unsere Spieler erhalten alle einen neuen Schläger, der es ermöglicht, dem Ball etwas mehr Rotation zu verleihen. Im Februar beginnen wir damit, die Unterlagen für die Teilnahme an den National Games auszufüllen, und parallel dazu füllen wir die Bewerbungsunterlagen für die World Games aus. Das bedeutet viel Verwaltungsarbeit, aber der Enthusiasmus des Teams bleibt ungebrochen. Ende März informieren wir die Eltern über den Stand unserer Bewerbung für die World Games sowie über den Ablauf der National Games.
Anfang April werden die Unterlagen unserer Bewerbung an Special Olympics Switzerland gesendet. Am 6. April erhalte ich die Bestätigung, dass unsere Bewerbung angekommen ist und die Unterlagen vollständig sind. Wir müssen nur noch besser sein als die Konkurrenz.
National Games in St. Gallen, 15. bis 19. Juni 2022
Es ist der große Startschuss für ein fünftägiges Abenteuer in der wunderschönen Stadt St. Gallen. Wir treffen uns am Bahnhof in Biel, das Team ist pünktlich und ein letzter Check vor der Abfahrt, um zu überprüfen, ob alles Notwendige vorhanden ist. Im Zug mache ich einen Witz für meine Spieler: Ihr seid 4 und für 3 Disziplinen angemeldet, also erwarte ich von euch 12 Medaillen. Bei der Ankunft in St. Gallen ist das Staunen groß, denn die Stadt ist ganz in den Farben der National Games gehalten. Überall sind Schilder und Plakate zu sehen, die daran erinnern, dass die National Games in der Stadt stattfinden. Unser Hotel ist perfekt und wir werden wie Könige empfangen. Nach dem Einchecken nehmen wir unsere erste Mahlzeit im Olma ein und sehen uns dann die Halle an. Sie ist wunderschön und wir nutzen die Gelegenheit, eine erste 45-minütige Trainingseinheit zu absolvieren, um uns auf Temperatur zu bringen.
Wir sind bereit!
Donnerstag
Am Donnerstagmorgen beginnt der Wettkampf mit dem Divisioning. Fabien und Max beginnen damit, dass sie alle ihre Spiele gewinnen und sich immer weiter nach oben arbeiten. Arizona und Luca bleiben in der gleichen Region, wie ich sie geplant hatte. Am Nachmittag findet eine zweite Divisioning für Max und Fabien statt. Fabien setzt seinen schwindelerregenden Aufstieg fort und verliert kein einziges Spiel.
Das Ergebnis des Divisioning: Fabien in Gruppe 2, Max in Gruppe 3, Arizona in Gruppe 5 und Luca in Gruppe 6.
Am späten Nachmittag dürfen wir an der Eröffnungsfeier der Spiele teilnehmen. Die Wartezeit ist lang, aber die Party ist großartig.
Freitag
Wir spielen um Medaillen, es ist eine ernste Sache. Alexandra und ich teilen uns die Spiele und der Tag endet mit: Gold für Fabien in Gruppe 2, Bronze für Max in Gruppe 3, Silber für Arizona in Gruppe 5 und Gold für Luca in Gruppe 6.
Samstag
Der Tag beginnt mit einer interessanten Nachricht: Jonathan erzählt uns, dass es nur zwei Gruppen gibt, die sich für die World Games beworben haben, Lausanne und wir. Die Nachricht ist ziemlich gut für uns, da Lausanne die Schweiz bereits zweimal bei den World Games vertreten hat. Es folgen die Spiele um die Medaillen, diesmal sind die Damen und Herren getrennt und der Tag endet praktisch wie der erste mit 4 Medaillen. Fabien wird Dritter, Max gewinnt Bronze, Arizona wird wie Luca Zweite.
Sonntag
Letzter Wettkampftag und dann die Rückreise. Man muss konzentriert bleiben, denn die Doppel sind komplizierter als die Einzel und die Taktik ist noch wichtiger.
Und wieder einmal schlagen unsere Spieler ein: Fabien und Max werden 2. in der Gruppe 2 und Arizona gewinnt mit Luca die Gruppe 4.
Der Vertrag mit 12 Medaillen ist erfüllt, und auch wenn eine Portion Glück dabei ist, kann ich den Weg, den ich seit dem Turnier in Luzern zurückgelegt habe, messen.
Die Auswahl für die World Games
Am Sonntagabend, dem 26. Juni, klingelt mein Telefon. Es ist Aldo Doninelli, der mir mitteilt, dass ich zusammen mit Fanny Risse aus Lausanne als Coach für die World Games ausgewählt wurde. Ich verstehe nicht, warum nicht unser Team ausgewählt wurde und bitte Aldo um einen Moment Bedenkzeit. Mein erster Gedanke ist, die Auswahl abzulehnen, weil ich mit meinem ganzen Team hinfahren wollte. Ich rufe Alexandra an, um ihr die Nachricht zu überbringen, und sie sagt mir, dass ich die Auswahl annehmen muss, um die bereits geleistete Arbeit zu bestätigen. Ich rufe Aldo zurück und sage ihm, dass ich die Auswahl akzeptiere.
Coaches Meeting in Ittigen, 2. Juli 2022
Erster Kontakt mit allen für die World Games ausgewählten Coaches. Viele von ihnen sind Stammgäste und für mich ist es eine neue Welt. Es geht darum, sich kennenzulernen und die Athleten auszuwählen, die wir mit nach Berlin nehmen werden. Wir erhalten eine Liste mit 12 Kandidaten, von denen wir 4 auswählen müssen. Die Auswahlkriterien sind zahlreich: Es muss mindestens eine Frau dabei sein, es müssen mehrere Sprachregionen vertreten sein und die ausgewählten Athleten dürfen noch nicht an den World Games teilgenommen haben. Absolut gesehen kann ich 2 Personen auswählen und Fanny ebenfalls 2, aber es wird komplizierter, da von den 4 Kandidaten aus Lausanne 2 bereits teilgenommen haben und ein dritter sehr problematisch ist. Ich wähle meinerseits Luca und Arizona aus: Ich erkläre Fanny, dass Max und seine Familie sehr motiviert sind, teilzunehmen. Die Auswahl, die wir Special Olympics mitteilen, lautet also wie folgt: Arizona, Luca und Max für Biel und Aurélien für Lausanne. Wir nominieren auch zwei Ersatzleute, nämlich Marcello und Patricia aus Basel.
Bekanntgabe der Auswahl und Festlegung der verschiedenen Trainingslager
Am 9. August geben wir den Spielern und Familien die Auswahl für die World Games sowie die Termine bekannt, die sie für die verschiedenen Trainingslager reservieren müssen. Auf meiner Seite läuft alles gut, aber auf Fannys Seite ziehen Auréliens Eltern seine Bewerbung mit der Begründung zurück, dass es zu viel für ihn wäre. In zahlreichen Telefonaten versuchen wir, die Dinge zu klären und einigen uns schließlich darauf, Marcello aus Basel anstelle von Aurélien zu nehmen. Das ist ein schwerer Schlag für Fanny, die sich mit einer deutschsprachigen Auswahl wiederfindet, in der kein Spieler aus ihrem Verein ist. Aber die Zukunft wird uns zeigen, dass Fanny einfallsreich ist und sich perfekt anpassen kann. Wir müssen noch einen regelmässigen Trainingsplan mit unseren 4 Selektionierten und Fanny festlegen. Für die drei Bieler ist es sehr einfach, wir setzen das Training jeden Freitagabend fort. Für Marcello ist es auch nicht allzu kompliziert und er wird jeden zweiten Freitag mit meinem Team in Biel trainieren. Für Fanny legen wir einen Freitag pro Monat in Biel fest. Die Vorbereitung auf die World Games kann beginnen.
Delegationslager in Lausanne, 2. bis 4. September 2022
Für das erste Lager der Delegation treffen wir uns in Lausanne in der Jugendherberge. Das Hauptziel dieses Lagers ist es, uns auszurüsten und uns verschiedene Verhaltensregeln für die weitere Vorbereitung zu geben. Die Atmosphäre ist ausgezeichnet und wir lernen uns innerhalb der gesamten Delegation kennen. Gemeinsame Mahlzeiten, Übernachtung in Viererzimmern - für einige ist das neu...
Die Vorbereitung
Viele Dokumente müssen eingereicht werden und jeder Athlet muss sich noch einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Das ist nicht einfach und es wird mehrere Versuche brauchen, bis alle Formulare von Special Olympics Switzerland validiert sind. Ich schlage auch vor, ein Special-Olympics-Tischtennisturnier in Biel zu organisieren, um unsere Auserwählten noch einmal im Wettkampf zu sehen. Ein Datum steht bereits fest: Das Turnier findet am Sonntag, 16. April 2023, in der Esplanade statt.
2023
Die Vorbereitung, weiter
Die Webinare von Special Olympics Switzerland folgen in einem regelmässigen Rhythmus aufeinander und bringen uns jedes Mal wichtige Informationen. Es gibt auch viele Internetschulungen und Tests, die wir absolvieren müssen, um unsere Rolle als Coaches bei den World Games zu validieren. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und um die Dinge nicht zu vereinfachen, ist ein Großteil der Schulungen auf Englisch.
Zur Verwaltungsarbeit kommt noch die Suche nach Sponsoren hinzu, um unsere Trainingslager und die Teilnahme an den World Games zu finanzieren. Das ist fast ein Vollzeitjob.
Turnier in Biel am 16. April 2023
Mein Tischtennisverein, der TTC Omega Biel, hat einen wunderschönen Saal für ein letztes Turnier vor den World Games vorbereitet. Mit 35 Athleten und 13 angemeldeten Coaches war das Turnier ein voller Erfolg. Für vier meiner Spieler war es auch die Gelegenheit, an ihrem ersten Special Olympics Tischtennisturnier teilzunehmen. Es handelt sich um Marco, Erik, Sophie und India. Ich habe nicht weniger als 8 Spielerinnen und Spieler für den Wettbewerb angemeldet. Am Morgen gibt es die erste Sorge: Arizona fehlt. Sie ist krank und kann nicht kommen, um ihre Chancen zu verteidigen.
Die Ergebnisse unserer Spielerinnen und Spieler sind so, wie ich es mir erhofft hatte:
In der Gruppe 1 belegt Marco den 2. und Erik den 3. Rang
In der Gruppe 2 belegt Marcello den 2. Rang
In der Gruppe 4 belegt Max den 1. Rang
In Gruppe 5 belegt Luca den 1. und Sophie den 2. Rang
In Gruppe 6 belegt India den 4. Rang
Unsere Auserwählten haben alle mit einer Medaille abgeschlossen und auch die Neulinge von PluSport Biel haben geglänzt.
Delegationslager in Tenero, 21. bis 23. April 2023
Für dieses Camp erhalten wir unsere Kleidung für die World Games sowie die Tischtennisausrüstung. Leider sind die Tischtenniskleider unbrauchbar, da ein grosser Teil der Trikots weiss ist, was die ITTF-Regeln verbieten. Ich werde daher mit dem Schweizer Tischtennisverband und dem offiziellen Ausrüstungslieferanten Gubler abklären, ob wir unsere Spieler mit konformer Kleidung ausstatten können.
An diesem Wochenende liegt der Schwerpunkt auf der Vorbereitung auf die Wettkämpfe mit simulierten Spielen mit Schiedsrichtern in englischer Sprache sowie auf der Kleiderordnung der Delegation.
Zum Abschluss spielen wir ein wenig Tischfußball gegen die Fußballauswahl. Fanny blendet uns mit ihrer Technik am Ball. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes unschlagbar.
Tischtennislager in Magglingen, 28.-30. April 2023
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist, und so treffen wir uns alle zu einem neuen Trainingslager in der wunderschönen Umgebung von Magglingen. Wir treffen uns am Bahnhof Biel und fahren gemeinsam mit dem Kleinbus nach Magglingen hinauf. Wir beziehen unsere Zimmer und gehen zum Abendessen ins Restaurant Bellavista. Danach lassen wir den Tag mit einer Partie Bowling in der Tissot Arena ausklingen.
Samstag
Die wirklich ernsten Dinge beginnen am frühen Samstagmorgen. Fanny hat einen harten Trainingsplan ausgeheckt.
Das Lächeln vom Beginn des Tages weicht dem Schweiß der harten Arbeit.
Der Trainingstag endet mit Stretching, um Muskelkater zu vermeiden.
Und wir beenden den Tag mit Minigolf im Florida und einem Abendessen im Flamingo.
Sonntag
Diesmal liegt der Schwerpunkt auf Doppelspielen, Matchsimulationen sowie Aufschlägen. Für den Nachmittag haben wir uns vorgenommen, nach Payerne zu fahren, um dort eine kleine Runde Karting zu fahren. Für die meisten ist es neu und einige sind ein bisschen aufgeregt. Aber alles verläuft problemlos, auch wenn Max einige nicht vorgeschriebene Figuren macht.
Wir übergeben unsere Athleten am späten Sonntagnachmittag an ihre Familien mit dem Gefühl, dass die Vorbereitung planmäßig verläuft.
Tischtennislager in Lausanne, 20. bis 25. Mai 2023
Dies ist unser letztes Treffen vor dem großen Sprung nach Berlin. Fanny hat wieder Trainingseinheiten vorbereitet, um die Vorbereitung unserer Spielerinnen und Spieler zu perfektionieren. Neben Dilana kommt auch Julien, einer der besten Spieler der Schweiz, zu uns, um die Trainings zu leiten und als Sparringspartner zu fungieren. Wir schlafen wieder in der Jugendherberge und die Trainings finden in den wunderschönen Räumlichkeiten des CTT Lausanne statt. Fanny hat für uns vier Tische für das ganze Wochenende reserviert.
Und das Training, das Fanny gibt, ist ziemlich ... hart, nicht wahr, Marcello?
Der Abend beginnt mit einem Ausflug zum "Jump Spot", einem großen Trampolinpark.
Anschließend gibt es ein Abendessen im "Wok Royal". Der Appetit ist groß und es bedarf mehrerer Reisen zum Buffet, bis man endlich satt ist.
Sonntag
Letzte technische und taktische Anpassungen vor den World Games. Wir üben Aufschläge, Smashs, Pivots und simulieren Matches im Einzel und Doppel.
Sind sie bereit für Berlin? Laut Fanny und Dilana sieht es ganz danach aus.
Danach geht es zurück nach Biel und der nächste Termin sind die World Games!
World Games in Berlin, 11. bis 26. Juni 2022
Der Start, Sonntag, 11. Juni
Also, wollen wir los? Wir treffen uns alle am Bahnhof Biel, um gemeinsam nach Zürich zu reisen, wo die Abschiedszeremonie stattfinden wird.
Marcello wird in Olten zu uns stoßen. Dies ist die Gelegenheit, sich von den Familien zu verabschieden. Für einige ist es nur für zwei Wochen, andere haben das Glück, dass Familienmitglieder sie bei der Eröffnungsfeier und während der Wettkämpfe besuchen werden.
Reise nach Karlsruhe, Host Town der Schweizer Delegation, Montag, 12. Juni
Die Reise nach Karlsruhe erfolgt mit dem Bus und zur Freude unserer Athleten gibt es Auflade Möglichkeiten für die Telefone und Wifi.
Die Reise verläuft angenehm und wir kommen gut in der Sportschule Schöneck oberhalb von Karlsruhe an.
Wir checken im Hotel ein, nehmen unsere erste Mahlzeit zu uns und dürfen anschließend einen kleinen Aperitif und ein Konzert der Band "Dickes Blech" genießen.
Zum Abschluss ein kleines Familienfoto.
Offizieller Empfang in Karlsruhe, Dienstag, 13. Juni
Nach dem Frühstück hat die gesamte Delegation einen Termin mit den Behörden der Stadt. Wir werden vom Bürgermeister der Stadt mit großem Pomp empfangen und bekommen ein Stehdinner, wie es bei jedem gesellschaftlichen Empfang üblich ist.
Anschließend Stadtspaziergang in Karlsruhe mit einer Stadtführerin, die uns ein wenig über die Geschichte der Stadt erzählt. Anschließend Fahrt mit einem kleinen Zug durch den (riesigen) Stadtpark.
Wir beenden den Tag, indem wir bis zur Schule, in der wir wohnen, zu Fuß gehen (immerhin 532 Stufen). Die anderen nehmen die Seilbahn, aber wir gönnen uns eine kleine Belohnung für unsere Anstrengungen auf einer Terrasse am oberen Ende der Stufen.
Nach dem Abendessen spielen wir eine Runde Tischtennis im Freien, um nicht aus der Übung zu kommen.
Aktivitäten zur Auswahl in Karlsruhe, Mittwoch, 14. Juni
Diesen Mittwoch haben wir ein Programm zur Auswahl, zwischen einem Zoobesuch oder Klettern mit einer Gruppe von Querschnittsgelähmten am Vormittag und dem Besuch einer Werkstatt oder einem Zoobesuch oder einem Besuch in Durlach oder einem Voltigieren mit dem Reitverein Durlach am Nachmittag.
Für unsere Gruppe beginnt es mit dem Klettern. Es beginnt ziemlich schlecht, denn das Fahrzeug, das uns zum Klettern bringen sollte, irrt sich und wartet in Durlach auf uns. Wir kommen mit fast zwei Stunden Verspätung an. Glücklicherweise ist vor Ort alles sehr gut organisiert und wir können in aller Sicherheit üben.
Arizona, Fanny und Luca klettern problemlos und mit einem Lächeln im Gesicht.
Für Max und Marcello ist es ein bisschen ... kniffliger, aber alle erreichen schließlich die Spitze.
Nach der Essenspause, die aufgrund der Verspätung stark verkürzt wurde, bringt uns der Bus zu den Ställen von Durlach, wo wir einem Voltigier Training beiwohnen können.
Dann können wir versuchen, auf einem Gummipferd zu voltigieren (das ist deutlich einfacher).
Und wir beenden die Tour, indem wir auf echten Pferden mit echten Helmen reiten...
Aber ja, Fanny, das ist ein echtes Pferd!
Der Empfang war wirklich toll und wir haben einen sehr schönen Nachmittag verbracht.
Zum Abschluss des Tages geht unsere Gruppe zu Fuß zurück und nimmt den Aufstieg zur Schule über die 532 Stufen wieder auf sich. Max und Luca würden sie gerne laufen, aber nach etwa einem Drittel der Strecke macht die Kondition nicht mehr mit und sie laufen den ganzen Weg nach oben. Unser Aufenthalt in Karlsruhe endet mit einem Discoabend. Die DJ hat die Massen nicht begeistert und schon gar nicht unseren DJ Marcello, der die Nase rümpft.
Die Reise nach Berlin, Donnerstag, 15. Juni
Die Reise beginnt ziemlich schlecht, da die beiden Busse, die uns nach Berlin bringen sollen, mit fast zwei Stunden Verspätung ankommen. Das wird uns die Reise verderben, da wir auf dem Großteil der Strecke in einen riesigen Stau geraten werden.
Wir kommen um 22.00 Uhr in unserem Hotel an und müssen uns beeilen, damit unsere Athleten noch etwas essen können, bevor sie die Zimmer beziehen und ins Bett gehen.
Erster Tag in Berlin, Freitag, 16. Juni
Der erste Tag in Berlin gibt uns die Gelegenheit, die Einrichtungen zu erkunden, uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vertraut zu machen und unsere erste Mahlzeit in Messe einzunehmen, das für uns eine Woche lang den Mittelpunkt der Welt sein wird.
Die Eröffnungsfeier der Spiele am Samstag, den 17. Juni
Wir beginnen den Tag mit einem Spaziergang durch Berlin. Wir sehen die berühmte Mauer.
Der Fernsehturm.
Und dann ist es Zeit, sich auf die Eröffnungsfeier vorzubereiten. Bevor wir zur Eröffnungsfeier aufbrechen, wird uns erklärt, dass die lange Wartezeit vor dem Einlass ins Stadion dazu dient, sich mit anderen Delegationen zu verbrüdern und Pins auszutauschen. Wir haben das Glück, einen großen Vorrat an Pinien erhalten zu haben. Die Tauschmeister sind Marcello und Arizona, die schon nach kurzer Zeit Pins von vielen Delegationen haben.
Nach einer langen Wartezeit kommt der Moment, in dem wir das Stadion betreten. Es ist schwierig, diesen Moment zu beschreiben, da die Emotionen so stark sind. Stellen Sie sich ein Olympiastadion vor, das mit 60.000 Zuschauern gefüllt ist, und 7.000 Athleten, 3.000 Coaches aus über 170 verschiedenen Ländern, die ins Stadion einmarschieren. Der Einzug ist magisch mit den Freiwilligen, die den Delegationen eine Ehrenreihe bilden und uns applaudieren.
Eröffnungszeremonie, Foto von Special Olympics
Und unsere Delegation betritt das Stadion. Die Schweizer Delegation ist mit 107 Mitgliedern eine der grössten.
Eröffnungszeremonie, Foto von Special Olympics
Treffen mit den Fans, Sonntag, 18. Juni
Am Sonntag können wir uns von den Strapazen erholen und unsere Fans und Familien treffen.
Die Familie von Max und die Familie von Luca
Max geht es nicht gut, er hat Fieber und hustet viel. Ich bringe ihn sofort zurück ins Hotel und melde den Fall Aldo und Noémie. Ich organisiere ein zusätzliches Zimmer, damit Luca und Marcello nicht im Zimmer eines Kranken schlafen müssen. Max muss unbedingt bis zum Divisioning am Montagmorgen wieder auf den Beinen sein.
Er bekommt Medikamente, um das Fieber zu senken und auch um den Husten zu bekämpfen. Er wird auf Covid getestet und glücklicherweise scheint es sich nur um eine Erkältung zu handeln. Am Abend ist das Fieber bereits gesunken.
Divisioning Einzeln, Montag 19. Juni
Die wirklich ernsten Dinge beginnen am Montagmorgen mit einem sehr frühen Aufstehen. Max hat kein Fieber mehr und wir denken, dass er ohne Risiko spielen kann. Wir müssen 90 Minuten vor Beginn der Wettkämpfe vor Ort sein. Wir sind bereit, aber ... die Turnierleitung nicht. Die Spiele werden nicht angezeigt, die Turnier-App funktioniert nicht und die Begegnungen werden von armen Freiwilligen angekündigt, die nicht einmal ein Mikrofon haben. Die Schiedsrichter der Begegnungen haben ein völlig inakzeptables Niveau und das Turnier gerät stark in Verzug.
Der Wartebereich ist überfüllt, aber unsere Spieler verlieren nicht ihre gute Laune (bei den Trainern ist das weniger offensichtlich). Es ist 13:30 Uhr und ein Beamter kommt, um die Zeiten auszuhängen, zu denen die Spieler zum Essen gehen können. Wir machen uns also alle auf den Weg zum Essen, als Marcello einen Anruf von einer Freiwilligen bekommt, dass er sofort ein Spiel spielen muss. Es herrscht das totale Chaos und ich bin wütend auf die Organisatoren. Das Ergebnis ist, dass unsere Spieler nicht wirklich eine Pause zum Essen hatten.
Es ist nicht unser Tag und die Siege unserer Spieler sind selten. Man muss sagen, dass es Spielerinnen und Spieler gibt, die ein wirklich sehr hohes Spielniveau haben, vergleichbar mit B-Spielern in der Schweiz. Am Ende des Tages frage ich den stellvertretenden Oberschiedsrichter nach Erklärungen, der sich für den chaotischen Verlauf des Tages entschuldigt. Das hilft mir zwar nicht viel weiter, aber immerhin hat er das Problem erkannt. Es ist auch zu beachten, dass wir unsere Spieler während des Divisioning nicht coachen können.
Das Divisioning endet spät. Wir sind praktisch die letzten, die sich noch in Messe befinden, und fahren direkt ins Hotel, um zu essen und früh ins Bett zu gehen. Dienstag ist die Divisioning der Doppel.
Das divisioning für Doppel, Dienstag 20. Juni
Erneuter Katastrophen-Tag auf organisatorischer Ebene. Es sind nur halb so viele Leute da wie am Montag, aber die Anzeige funktioniert immer noch nicht und die App auch nicht. Die Schwächen der Schiedsrichter sind noch eklatanter (Doppel ist komplizierter als Einzel) und ich schaffe es, mich mit einem Schiedsrichter anzulegen, der nicht weiß, dass die Spieler nach jedem Satz die Seiten wechseln. Es gibt dennoch einen Fortschritt, die Freiwilligen haben ein Mikrofon, um die Spiele anzukündigen.
Unsere Doppel funktionieren gut, und wir sehen einige sehr interessante Spiele.
Da es viel weniger Doppelteams und somit auch weniger Spiele gibt, sind wir recht früh fertig. Fanny muss in der Messe bleiben, um an einem Treffen der Tischtennis-Head Coaches mit der Turnierleitung teilzunehmen. Ich bringe unsere Spieler zurück zum Hotel und anschließend machen wir einen Spaziergang zum Brandenburger Tor.
Off-Tag, Mittwoch, 21. Juni
Am Mittwoch haben wir keine Wettkämpfe und haben in einem Berliner Tischtennisclub Tische gemietet, um zu trainieren und uns auf die Medaillenjagd vorzubereiten.
Das Medaillenrennen, Donnerstag, 22. Juni
Der Tag beginnt mit einem Paukenschlag: Die Organisatoren kündigen an, dass der Oberschiedsrichter und sein Assistent nicht mehr Teil der Organisation sind. Dies geschieht sicherlich nicht aufgrund der "guten" Arbeit, die sie bis dahin geleistet haben. Drei unserer vier Spieler spielen um die Medaillen:
Marcello spielt in Gruppe 4 der Herren über 30 Jahre.
Luca spielt in Gruppe 5 der Herren über 30.
Arizona spielt in Gruppe 4 der Damen zwischen 19 und 21 Jahren.
Max hat frei und spielt seine Serie am Freitag.
Beim Coaching übernimmt Fanny die Spiele von Marcello und ich die von Luca und wir teilen uns die Spiele von Arizona. Der Tag ist fast perfekt und unsere Fans sind gut dabei. Man muss sagen, dass Tischtennis in Messe einen idealen Standort hat. Es ist die erste Sportart nach dem Haupteingang.
Unsere Fans sind bereit zu jubeln
Arizona ist sehr konzentriert und ihren Gegnerinnen weit überlegen. Sie gewinnt alle drei Spiele ohne Satzverlust.
Auch Marcello ist nicht zu bremsen und gewinnt alle drei Spiele ohne Satzverlust.
Für Luca ist es komplizierter. Er gewinnt seine ersten beiden Spiele mit Ach und Krach und spielt um die Goldmedaille in seiner Gruppe. Er führt mit 2:1 Sätzen und hat im vierten Satz zwei Matchbälle. Leider holt sein Gegner auf und gewinnt schließlich im fünften Satz. Trotzdem ist es eine gute Leistung, auch wenn der Trainer ein wenig enttäuscht ist.
Um 18.00 Uhr findet in Messe die Medaillenzeremonie statt. Diese ist endlos lang und unsere drei Spieler sind unter den letzten drei Medaillenverleihungen.
Der Tag war schön, aber wir müssen uns beeilen, um ins Hotel zu kommen, damit wir noch etwas zu essen haben.
Das Rennen um die Medaillen geht weiter, Freitag, 23. Juni
Am Freitag ist Max an der Reihe, um die Medaillen zu spielen. Fanny coacht die Spiele und wir machen für Max die sehr lauten Fans.
Im ersten Spiel trifft Max auf einen Franzosen, es ist ein spannendes Spiel und ... die Schweizer Fans sind sehr laut. Die Stimmung ist sehr freundlich und Max gewinnt schließlich.
Er gewinnt auch das nächste Spiel und tritt im Finale gegen einen jungen slowakischen Spieler an. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, die Tribünen sind voll und diesmal machen die slowakischen Fans genauso viel Lärm wie die Schweizerischen.
Fannys Ratschläge ändern nichts daran, und Max muss sich mit einem sehr guten zweiten Platz begnügen. Die Medaillenzeremonie ist wieder endlos lang und natürlich ist die Medaillenvergabe für Max' Gruppe die letzte.
Nach vier Wettbewerben haben wir vier Medaillen: zwei Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen, und es bleiben noch die Doppelwettbewerbe, um die Bilanz zu verbessern. Wir müssen uns wieder beeilen, um ins Hotel zu kommen und etwas zu essen zu bekommen. Das ist eine schlechte Angewohnheit.
Das Rennen um die Medaillen endet am Samstag, den 24. Juni
Die beiden Doppelpaare, Max mit Marcello und Arizona mit Luca, befinden sich in derselben Gruppe, nämlich in der Gruppe 3 der über 30-Jährigen. Die Aufgabe für Arizona und Luca scheint sehr kompliziert zu sein. Sie verlieren die ersten beiden Spiele, bleiben aber jedes Mal an stärkeren Gegnern hängen. Ich habe erneut Probleme mit einem Schiedsrichter, der die Reihenfolge der Aufschläge falsch einschätzt. Die Schiedsrichter waren während des gesamten Turniers desolat. Danach spielen Arizona und Luca um den fünften Platz gegen die Zyprioten, die Max und Marcello ernsthaft in die Zange genommen haben. Das Spiel war sehr eng und endete mit den Vorteilen des letzten Satzes für die Zyprioten.
Für Max und Marcello geht es eindeutig um eine Medaille. Sie gewinnen die ersten beiden Spiele und spielen somit um die Goldmedaille gegen ein Team, das sich schwergetan hat, Arizona und Luca zu schlagen. Aber da Marcello nicht seine gewohnte Leistung bringt, muss sich das Team mit der Silbermedaille begnügen.
Und wir können uns nach einer weiteren sehr guten Leistung unserer Spieler ruhig zur letzten Medaillenvergabe begeben.
Das Podium im Doppel
Die sportliche Bilanz ist mit 2 Goldmedaillen, 3 Silbermedaillen und einem 6. Platz großartig. Wir können stolz auf das Ergebnis sein.
Die Abschlusszeremonie am Sonntag, den 25. Juni
Es ist der letzte offizielle Tag der World Games 2023 und wir nutzen die freie Zeit, um die Radfahrer der Schweizer Delegation anzufeuern, die am Brandenburger Tor die letzten Rennen haben.
Die Abschlusszeremonie wird am Brandenburger Tor stattfinden und alles ist vorbereitet.
Bei dieser Zeremonie gibt es auch die Tradition, dass Trikots mit Mitgliedern anderer Delegationen getauscht werden. Dies führt manchmal zu lustigen Szenen, wenn das getauschte Trikot ein wenig zu klein oder zu groß ist.
Etwas klein das Trikot?
Max tauscht sein Trikot gegen den französischen Tischtennisspieler, den er in seiner Gruppe besiegt hat.
Die Rückkehr, Montag, 26. Juni
Die Rückreise erfolgt mit dem Bus und ... sie ist sehr lang. Aber die Fahrt verlief perfekt und wir vermieden die Staus. Bei der Ankunft am Bahnhof in Zürich werden wir von einigen Familien erwartet, die die Rückkehr der Delegation feiern wollen.
Für uns bleibt noch die Zugfahrt nach Biel. Marcello ist bereits abgereist und wir trennen uns von Fanny, die nach Lausanne fährt. Am Bahnhof in Biel sind die Familien da, um uns zu empfangen, und ich bin erleichtert, alle gesund und mit vielen Erinnerungen im Kopf (und nicht nur im Kopf ...) nach Hause zu bringen.
Also in vier Jahren wieder los?